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20.09.2018 12:25:43
23. Juni 2018

KiTa-Drama: Dritter Akt?


Der grösste Kindertagesstätten-Verein des Landes sorgt sich um die künftige Finanzierung. Es ist zu befürchten, dass in November wieder Anbieter zu Bittstellern an den Landtag werden.

Von Violanda Lanter-Koller

 

Im Juni-Landtag erkundigte ich mich beim Familienminister Mauro Pedrazzini, wie weit die Arbeiten für das per 1. Januar 2019 versprochene neue Finanzierungsmodell für die ausserhäusliche Kinderbetreuung gediehen sind. Mich interessierte, wann den verschiedenen Anbietern mitgeteilt werde, mit welchen Landesbeiträgen sie für 2019 budgetieren können. Zur Erinnerung: Die gleichwertige Förderung aller Anbieter war im Nachgang zur Wirtschaftskammer-Initiative «Familie und Beruf» jährlich anlässlich den Budgetdebatten 2016 und 2017 sowie bei der Postulatsüberweisung «Gleichbehandlung von Familien mit ausserhäuslich betreuten Kindern» politisches Dauerthema. Seit mehr als zwei Jahren ist die Systemumstellung auf ein leistungsbasiertes Finanzierungsmodell und die gerechte und effiziente Förderung aller Anbieter auf der regierungsrätlichen Agenda. Eine speziell eingesetzte Arbeitsgruppe setzt sich zudem seit Anfang 2017 intensiv mit der Thematik auseinander. 

Warum so unverbindlich?

Dass es für die privaten Kinderbetreuungsstrukturen immens wichtig ist, mit verlässlichen Zahlen planen zu können, versteht sich von selbst. Schliesslich handelt es sich beim grössten Anbieter, dem Verein Kindertagesstätten Liechtenstein, um einen Arbeitgeber mit 135 Angestellten. Dass der Familienminister mit diesen betriebswirtschaftlichen Abläufen bestens vertraut ist, bezweifelt wohl ebenfalls niemand. Umso mehr erstaunt es, dass die Antwort auf meine Kleine Anfrage derart unverbindlich ausgefallen ist, dass sie für die Betroffenen zynisch klingen muss: Als Mitglieder der Arbeitsgruppe sollten diese über den Fortschritt der Arbeiten informiert sein. Zuerst würden jetzt einmal die Grundlagen für das Landesbudget 2019 erstellt und schliesslich brauche die Einführung einer neuen Abrechnungssoftware in der Landesverwaltung Zeit. Wichtige Systempartner ernst nehmen, sieht anders aus. Ich befürchte, das KiTa-Drama wird im November in einem dritten Akt fortgeführt und der Landtag darf, aufgeschreckt durch die kurzfristig bei ihm eintreffenden Klageschreiben der Anbieter, abermals über die gerechte Höhe und Verteilung der Landesbeiträge entscheiden.



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