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16.12.2017 16:03:40
13. August 2016

Gespräch: Regierungsratskandidat Daniel Risch


Vaterland vom 13. August 2016

Ein Mann mit Tatendrang

Bei Daniel Risch ist immer etwas los. Rumliegen und Nichtstun sind für den 38-jährigen Regierungsratskandidaten gar nichts. Gut, dass seine Interessen so vielseitig und breit gefächert sind. So gibt es immer etwas zu tun.

Es gibt Menschen, die haben einfach «Hummeln im Hintern», wie man so schön sagt. Bei und mit diesen Menschen ist immer etwas los, Langeweile kommt garantiert nie auf. Diese Menschen warten auch nicht darauf, bis ihnen etwas zufällt. Sie nehmen die Dinge selbst in die Hand. Genau so ein Mensch ist Daniel Risch. Der 38-Jährige hat schon viel erlebt und einiges auf die Beine gestellt. Sowohl privat als auch beruflich. Nun möchte er sein Engagement in der Regierung einbringen und Land und Leute in eine gute Zukunft führen.

Rückkehr in die Heimat

Ein Gespräch mit Daniel Risch ist angenehm – selbst gegenüber einem Journalisten zeigt er keine Kontaktscheu. Offen, ehrlich und direkt sagt er, was er kann und was er sich wünscht und erzählt über sein Leben, seine Lieben und Leidenschaften. Und so ist auch zu erfahren, dass er heute vielleicht immer noch in Zürich arbeiten würde, wenn es seine Frau nicht geben würde. Jahrelang hat er in mehreren Städten und Ländern und oft auch aus dem Koffer gelebt. Erst war er in St. Gallen, wo er sein Grundstudium absolviert hat, dann war er drei Jahre in Zürich für sein BWL-Hauptstudium, und schliesslich landete er in München. Kurze Zeit später dissertierte er an der Universität Fribourg, um sich anschliessend einige Monate in Australien weiterzubilden.

Es war nur ein kurzer Heimaturlaub im Jahr 2002, der sein Leben dann auf schöne Art und Weise auf den Kopf gestellt hat. Er lernte seine heutige Frau Jasmin, eine Triesenbergerin, kennen. Und zwar bei einem «Wuarscht'n'Brot»-Konzert in Schaan. Die beiden standen von da an in ständigem Kontakt, sahen sich aufgrund der beruflichen Pläne von Daniel Risch jedoch nicht regelmässig. Das tat der Liebe jedoch keinen Abbruch, wie sich zeigte. Risch kehrte aus Australien zurück und wurde bei einem der grössten Schweizer E-Business-Anbieter in Zürich engagiert. Acht Jahre lang pendelte er zwischen Liechtenstein und Zürich hin und her, bevor der Wunsch in ihm reifte, in Liechtenstein zu arbeiten, um mehr Zeit für seine Familie zu haben. In der Zwischenzeit hatte es im Hause Risch nämlich Nachwuchs gegeben: zwei Mädchen.

Schliesslich ergab sich die Chance, bei der Liechtensteinischen Post AG zu arbeiten – und die hat Daniel Risch gepackt. In einer wahrlich nicht einfachen Zeit. «Ja, die Aufgabe hat sich als sehr intensiv, aber auch spannend herausgestellt», sagt Risch, der plötzlich neben Marketing, Vertrieb und der IT auch die Themen rund um die Tochtergesellschaften zu bearbeiten hatte. Ein ganz schöner Brocken. Langeweile kam da bestimmt nicht auf. «Ich möchte die Zeit aber auf keinen Fall missen», betont Daniel Risch.

Ganz schön «meinungsstabil»

Daniel Risch kennt man zum einen, weil er bei der Liechtensteinischen Post AG arbeitet. Man kennt ihn zum anderen auch, weil er das Life-Festival in Schaan mitinitiiert hat und heute OK-Präsident ist. Und man kennt Daniel Risch, weil er mit seinen «Kuschelbären» des Öfteren auf einer Bühne zu sehen und zu hören ist. Aber wer ist dieser Daniel Risch wirklich? Er ist humorvoll, aber nicht «schenkelklopfermässig», wie er selbst betont. Und das sowohl privat als auch beruflich. Als po- sitiv eingestellter Mensch weiss er, dass es nichts bringt, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern die Dinge nun mal zu akzeptieren, wie sie sind. Das kann man missmutig tun – oder eben mit einem Lächeln im Gesicht. «Die Umstände mag man nicht bestimmen können, aber man hat es in der Hand, wie man darauf reagiert», weiss er und lebt auch danach. Das mag mit ein Grund für seine ruhige Ausstrahlung sein. Er scheint zu wissen, wer er ist und was er will. Oder, anders gesagt, er ist «meinungsstabil», wie er es selbst ausdrückt. Das mache das bisschen Bündner Blut, das in ihm fliesse, aus, ist er überzeugt und lacht.

Keine Angst vor der Zukunft

Daniel Risch setzt aktuell seinen Fokus auf die Arbeit bei der Post und für die Zukunft auf das Regierungsamt und ist zuversichtlich, dass das gut ausgeht. Sollte es anders kommen, wirft es ihn nicht aus der Bahn. Und das, obwohl er schon jetzt weiss, dass er seine Karriere bei der Liechtensteinischen Post AG per Ende März beenden wird. «Ich habe keine Angst, dass ich keine Arbeit mehr finde. Wie es mit mir weitergeht, steht aber derzeit nicht im Fokus», so Risch. Er konzentriere sich nun voll und ganz auf seine noch zu erledigenden Aufgaben bei der Post sowie den Wahlkampf. «Am 5. Februar wissen wir mehr», sagt er mit einem Augenzwinkern.

Keine Angst hat er auch davor, dass er sich – erst einmal in den Fängen der Politik – menschlich und charakterlich gross verändern wird. «Der Mensch verändert sich in jeder Phase seines Lebens ein wenig. Nicht jedoch in der Persönlichkeit», ist er überzeugt. Dafür sei er zu stabil. Und eigentlich hat er ja auch gar keine Zeit dafür …

Familie als Rückhalt

Wo schraubt der Tausendsassa zurück, wenn er ein Amt in der Regierung übernimmt? Musikalisch in seiner Band? Als Organisator des «Life» oder weiterer Events? Oder als Verwaltungsratsmitglied in verschiedenen Gremien? «Sicher nicht bei mei- ner Familie», stellt er klar. Denn sie ist es, die ihm den nötigen Rückhalt gibt, um sein zu können wie er ist. Und machen zu dürfen, was er gerne tut. «Meine Frau ist toll», schwärmt er im Wissen darum, dass er viel Zeit bei seiner Arbeit, mit seiner Band und auch mit der Organisation von Events verbringt. Das Paar ist quasi gemeinsam frei. Will heissen: Die beiden lieben und geniessen es, gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen. Doch jeder darf auch sein eigenes Leben leben. Ausser am Sonntagabend: Da ist der Tatort-Krimi angesagt. Ein Familienritual sozusagen.

Offen für Neues

Zwischen viel Arbeit und weiteren Sitzungen hat sich Daniel Risch Zeit für dieses Gespräch zu seiner Person genommen. Erst um Mitternacht ist er von einer Geschäftsreise nach Hause gekommen, frühmorgens ging es wieder zur Arbeit. Und später gibt es auch noch einiges zu tun. Gestresst oder angespannt wirkt er dennoch nicht. Er sei schon ein wenig ein Spinner, gibt er zu und lacht. Genau solche Menschen braucht es aber auch, um etwas zu bewegen. Frei im Geist und offen für Neues – das ist Daniel Risch. Und schon wieder auf dem Sprung zu seiner nächsten Aufgabe.

Was tut er eigentlich, wenn er – das kommt ohnehin höchst selten vor – einmal nichts zu tun hat? Risch lacht. «Dann überlege ich mir, was ich sonst noch machen könnte.»

Text: Desirée Vogt


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