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16.10.2018 17:03:23
25. August 2018

Nach DU-Zerfall gehen FBP-Querelen weiter


Nach der Spaltung der Unabhängigen, wollen mit der jüngsten Aktion Alexander Batliners auch die Auflösungserscheinungen in der Bürgerpartei nicht enden.

von Michael Winkler

Dass der stellvertretende Abgeordnete Alexander Batliner sich gerne in Schlagzeilen wiederfindet, ist hinlänglich bekannt. Offenbar störte er sich daran, dass die Spaltung der Unabhängigen die FBP aus ebendiesen verdrängt hat. Deshalb entschied sich Batliner zur Frontal-attacke gegen die eigene Regierungsrätin Aurelia Frick, nachdem bereits am 12. Juli das «Vaterland» einen kritischen Beitrag zu deren Reisespesenerhöhung brachte.

In einem Blogeintrag holte Batliner zum Rundumschlag aus und wurde in den sozialen Medien dafür gefeiert. Dass es sich eigentlich um ein plumpes Nachtreten in den eigenen Reihen handelt, scheint den jubilierenden Massen mittlerweile gleichgültig zu sein – Hauptsache, es fliesst (politisches) Blut. Batliner, der nach Streitigkeiten mit Regierungschef Adrian Hasler das politische Parkett als Verlierer verliess und das Amt des FBP-Parteipräsidenten schmollend abgab, hat sich zwar mit Hasler wohl wieder versöhnt, gegen andere Regierungsmitglieder schiesst er aber munter weiter, um ins mediale Rampenlicht zu gelangen. Im Fall Frick hat er sachlich wohl recht, gibt mit diesem Zug aber seine eigene Ministerin auch für die anderen Fraktionen (und Nicht-Mehr-Fraktionen) zum Abschuss frei. Das ist eher unüblich.

Öffentliches Zelebrieren statt bürgerfreundliches Agieren

Auch die VU hat sich kritisch mit den Reisegewohnheiten der Aussenministerin auseinander gesetzt. Die Erhöhung ihres Reisekässiles wird in der Fraktion einen schweren Stand haben. Zudem zeigt der Staatskarossen-Auftritt von Regierungsrätin Frick am Staatsfeiertag wenig Fingerspitzengefühl. Solche misslungenen Soloauftritte und das ständige Mit-sich-Selbst-Beschäftigtsein gewisser Parteien entfernen die Politik immer mehr von den Menschen und fördern Politikverdrossenheit. Statt Querelen in den eigenen Reihen öffentlich zu zelebrieren, soll gefälligst für das Volk gearbeitet werden!

Aurelia Frick im Abseits?

Die Tatsache, dass Aurelia Frick auch in der FBP für ihre Reisekosten «angeschossen» wird, nährt zwar die Hoffnung, dass dem Treiben Einhalt geboten wird. Neben den sachlichen Aspekten geht es aber bei Alexander Batliner wohl auch darum, die eigene Parteibasis hinter sich zu bringen, wenn es um die nächsten Wahlen geht. Niemand spaltet nämlich ohne Grund seine eigene Partei. Dass der stellvertretende Abgeordnete nebenher aus einer finanzkräftigen Familie stammt, könnte in den Augen von so manchem Bürger einen willkommenen Bonus darstellen, um wieder an die Spitzenpositionen in der Partei zu gelangen. Aurelia Frick hat daraufhin am Freitag gegenüber Radio L kund getan, dass sie sich nach der laufenden Legislatur aus der Politik zurückzieht. Damit begegnete sie offensiv den Gerüchten, sie würde sich als Kandidatin um den Regierungschefposten zur Verfügung stellen. Damit wird also mindestens ein Platz auf dem üblichen Dreierticket frei.

Auch wenn sich jetzt bereits die Personen in Stellung bringen und Querelen zum eigenen Aufstieg nützen: Bis zu den nächsten Wahlen hat die FBP wohl noch genügend Zeit, sich wieder zu formieren – falls nicht vorab vor lauter Zerstrittenheit noch Neuwahlen notwendig werden. Aus der Distanz wird jedenfalls mit Spannung erwartet, wer die FBP-internen Machtkämpfe für sich entscheidet. Die «Gefällt mir»-Angaben von Daniel F. Seger, Johannes Hasler und dem Balzner Ortsgruppenvorsitzenden Marcel Gstöhl unter Batliners Beitrag auf Facebook sprechen jedenfalls Bände.


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