1930

1940

1950

1960

1970

1980

1990

2000

2010

2020
Bild test_bild.jpg
24.04.1915
1912-1936: Die Wurzeln
Im Frühjahr 1912 rüttelt der Triesenberger Bürger Wilhelm Beck erstmals öffentlich an den bestehenden Verhältnissen. Mit seiner Monografie „Das Recht des Fürstentums Liechtenstein“ kritisiert er die Rechtsverhältnisse und spricht sich für Veränderungen aus. Von da an wird er in der Politik des Landes zu einer bestimmenden Figur. Zusammen mit Gleichgesinnten treibt er die Gründung einer Wochenzeitung voran, die sich vor allem den Anliegen von Kleinbauern und Arbeitern annimmt. Am 24. April 1914 erscheint die erste Ausgabe der „Oberrheinischen Nachrichten“, in der das direkte Wahlrecht gefordert wird.
Schon der erste Wahlkampf der oppositionellen Gruppe im Jahr 1914 ist erfolgreich. Nebst Wilhelm Beck werden Josef Brunhart aus Balzers, Albert Wolfinger aus Balzers und Josef Sprenger aus Triesen gewählt.
Fortan treibt Wilhelm Beck die Parteienbildung voran und 1918 entsteht die „Christlich-Soziale Volkspartei“. 1920 veröffentlicht Wilhelm Beck erstmals einen Verfassungsentwurf.
Als im Mai 1920 das Amt des Landesverwesers an den Österreicher Josef Peer gehen sollte, beginnen Wilhelm Beck und seine Parteifreunde einen erbitterten Kampf gegen dieses Vorhaben. Die daraus resultierenden Gespräche führen zu den sogenannten „Schlossabmachungen“ und der Bildung einer provisorischen Regierung. Am 5. Oktober 1921 erhält Liechtenstein eine neue Verfassung.
Wilhelm Beck stirbt am 20. Januar 1936 mit 51 Jahren.

Bild: Wilhelm Beck (Landesarchiv)
 
Bild Dr. Otto schädler_2.jpg
05.01.1936
1936-1940: Gründung
Ende 1935 schliessen sich die Christlich-Soziale Volkspartei und der Liechtensteinische Heimatdienst zur Vaterländischen Union (VU) zusammen. Unter dem Vorsitz des Balzners Basil Vogt findet am 5. Januar 1936 im „Adler“ in Vaduz die Gründungsversammlung statt. Die Landesleitung besteht aus Dr. Otto Schädler (Parteipräsident bis 1965), Dr. Alois Ritter, Dr. Alois Vogt und Arnold Hoop.
Das Parteiprogramm weist die VU als Partei mit katholischer Weltanschauung mit demokratischer und parlamentarischer Grundlage im Sinne der Verfassung aus. Die VU bekennt sich klar zur Monarchie, zum Zollvertrag mit der Eidgenossenschaft und der Vertiefung der wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Beziehungen zur Schweiz.
Die Landtagswahlen im Februar 1936 bringen der VU nur vier Mandate, obwohl sie nur 100 Stimmen weniger erhält als die Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP), die elf Mandatare stellen kann. Als Regierungsrat wird der Triesenberger Altvorsteher Alois Schädler von der VU in die Regierung entsandt.
Nach hartem Parteizwist um die ungerechte Verteilung der Landtagsmandate und der Einführung des Proporzgesetzes kommt es am 4. April 1939 zu einer stillen Wahl mit Einheitsliste, in der durch die Regierung acht Männer der FBP und sieben der VU gewählt werden. Die nächsten Parlamentswahlen durch das Volk finden werden am 18. Februar 1939 auf unbestimmte Zeit verschoben.
Am 29. Mai 1939 huldigt das Volk Fürst Franz Josef auf Schloss Vaduz.

Bild: Dr. Otto Schädler (Landesarchiv)
 
Bild 174_001.jpg
07.03.1943
1941-1945: 2. Weltkrieg
Am 7. März 1943 heiratet Fürst Franz Josef II. Georgina Gräfin von Wilczek. Der Festakt wird zu einem präsenten Symbol für die Souveränität Liechtensteins während des zweiten Weltkrieges.
An 29. April 1945 kommt es zu den ersten freien Wahlen nach der Einführung des Proporzsystems. Die VU erreicht im Oberland die Mehrheit der Stimmen und erhält fünf der neun Sitze. Die Bürgerpartei gewinnt im Unterland vier der sechs Mandate und somit die Mehrheit. Nicht mehr zur Wahl gestellt haben sich von der FBP Pfarrer Anton Frommelt und von der Union Dr. Otto Schädler. In der Regierung vertreten Regierungschef-Stellvertreter Ferdinand Nigg und der Balzner Altvorsteher Regierungsrat Alois Wille die VU. Alexander Sele aus Triesenberg wird Regierungsrat-Stellvertreter.
Bereits am 20. Juli 1945 tritt die Gesamtregierung zurück. Alexander Frick (FBP) wird Regierungschef. Ferdinand Nigg bleibt Regierungschef-Stellvertreter.
Nach Kriegsende zeichnet sich die politische Entwicklung Liechtensteins durch grosse Stabilität aus. Auf Wunsch von Fürst Franz Josef II. wird die Koalitionsregierung 1946 verpflichtend.
Bild: Fürstin Gina & Fürst Franz Josef II. (Landesarchiv)
 
Bild FranzJosefII_GustavWilhelm_HansAdam_Foto_Liechtenstein_ThePrincelyCollections_Vaduz-Vienna-656x450_0.jpg
19.01.1947
1946-1950: Sieben Mandate
Am 19. Januar 1947 nehmen die Stimmbürger eine Initiative zur Herabsetzung des vom Landtag erhöhten Steuersatzes auf Vermögen und Erwerb an.
Im Jahre 1949 stellt die VU den Antrag, dass das Amt des Landtagspräsidenten periodisch wechseln sollte. Diesem Begehren wird von der Mehrheit des Landtages nur für die Jahre 1953 bis 1957 stattgegeben.
Die Landtagswahlen 1949 bringen keine Sitzveränderung im Parlament. Die VU erzielt an der Wahl vom 6. Februar 47% der Stimmen. Die VU erhält sieben der 15 Mandate (fünf im Oberland, zwei im Unterland).

Bild: Landesarchiv
 
Bild Josef Sele.jpg
01.01.1954
1951-1955: Das AHV-Gesetz
Am 14. April 1951 votiert der Landesausschuss der VU im „Hirschen“ in Eschen einhellig für die Einführung der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), die am 23. November vom Landtag genehmigt wird. Die positive Volksabstimmung zur AHV zeigt, dass die von der FBP dominierten Unterländer Gemeinden mehrheitlich gegen die AHV votierten. Das Oberland stimmte klar dafür, was belegt, dass die Vorlage nur dank der Mehrheit aus Arbeiterkreisen der VU-Anhänger angenommen wurde. Grossen Einsatz für die AHV zeigt der VU- Abgeordnete und Sekretär des Arbeiterverbandes Josef Sele. Das AHV-Gesetzt tritt am 1.Januar 1954 und das AHV-Abkommen mit der Schweiz am 25. Mai 1955 in Kraft.
An den Landtagswahlen vom 13. Februar 1953 bewirbt sich nebst VU und FBP auch die „Wahlliste der unselbstständigen Erwerbenden und Kleinbauern“, die aber mit 7% der Stimmen an der am 18. Januar 1939 beschlossenen 18% Sperrklausel scheitern.
Am 24. März 1953 verlassen die VU-Abgeordneten die Landtagssitzung, um ihre Forderung nach der Mehrheit der Verwaltungsratssitze bei der AHV zu unterstreichen.
Am 13. Mai 1953 Jahres wird aufgrund der AHV-Differenzen zwischen den beiden Parteien der Landtag aufgelöst. Die Landtagswahlen am 14. Juni bringen der VU 49,57 % (mit nur 27 Stimmen weniger als die FBP) und wiederum sieben Sitze. Die FBP gesteht der VU den Vorsitz im AHV-Verwaltungsrat zu.
Vom 27. September 1953 an erscheint das „Liechtensteiner Vaterland“ als erste liechtensteinische Zeitung fünfmal wöchentlich.
Bild: Fürst Franz Josef II. zeichnet Josef Sele mit dem Komturkreuz aus. (Landesarchiv)

 
Bild Porträt Josef Büchel.jpg
25.02.1958
1956-1960: Volksrechte
Auch die Landtagswahlen vom 1. September 1957 bringen der VU wieder sieben Sitze. Die VU legt nach der Wahl Beschwerde ein, da im Unterland Stimmen von Bürgern abgegeben wurden, die nicht mehr im Lande leben. Die Beschwerde wird vom Landtag mit den acht FBP-Stimmen abgelehnt. Fürst Franz Josef II. fordert darauf in seiner Thronrede ein klares Wahl- und Wahlverfahrensgesetz. Am 25. Februar 1958 wird das Verfassungsgesetz (vierjährige Landtagsmandatsdauer, Abberufungsrecht der Wählergruppen, Zuständigkeit des Staatsgerichtshofes für Wahlbeschwerden) erlassen. Gleichzeitig wird das Gesetz betreffend Ausübung der politischen Volksrechte in Landesangelegenheiten von 1922 entsprechend abgeändert.
Nach der Auflösung des Landtages verliert die VU an den Landtagswahlen vom 23. März 1958 eines ihrer sieben Mandate. Nach dem unerwarteten Tod von Ferdinand Nigg am 13. Juli 1957 wird Josef Büchel (VU) Regierungschef Stellvertreter.
1960 wird die Neufassung des Gesetzes über Erwerb und Verlust des Landesbürgerrechtes verabschiedet. Das Gesetzt sieht vor, dass die liechtensteinische Staatsbürgerschaft den Wohnsitz in einer liechtensteinischen Gemeinde voraussetzt. Liechtensteinerinnen, die einen Ausländer heiraten, verlieren die liechtensteinische Staatsbürgerschaft.

Bild. Josef Büchel (Landesarchiv)
 
Bild Franz Nägele.jpg
15.08.1963
1961-1965: Monarchie und Demokratie
An den Landtagswahlen vom 25. März 1962 nimmt die neugegründete Christlich-soziale Partei (CSP) teil. Die 18 % Sperrklausel macht ihr den Einzug ins Parlament, trotz 10 % der Stimmen, aber nicht möglich. Die CSP legt Wahlbeschwerde ein, kommt aber erst bei der zweiten Wahlbeschwerde 1966 zu einem Teilerfolg, als der Staatsgerichtshof die 18% Sperrklausel für verfassungswidrig erklärt und auf 10% senkt. Die VU erhält bei den Landtagswahlen 42,8% der Stimmen.
Regierungschef Alexander Frick demissioniert im Juni 1962 und der Fürst ernennt Dr. Gerald Batliner zum Regierungschef.
Am Staatsfeiertag 1963 begeht Fürst Franz Josef II. sein 25jähriges Regierungsjubiläum. Landtagsvizepräsident Dr. Otto Schädler betont an jenem Tag, dass „Monarchie und Demokratie sich nicht ausschliessen, sondern im Gegenteil sich gegenseitig ergänzen und vereinigt die ideale, Liechtenstein einzig angemessene, Staatsform ergeben.“
Ab dem 18. März 1956 wird die Kollegialregierung auf den Regierungschef und vier Regierungsräte erweitert. Vize-Regierungschef Josef Büchel erhält die bis dahin fehlende Stimmberechtigung bei Regierungssitzungen. Nach dem Rücktritt von Josef Büchel am 16. Juni dieses Jahres, nominiert die VU Dr. Alfred Hilbe für die Regierung. Andreas Vogt wird von der VU als Regierungsrat gestellt.
Der VU-Abgeordnete Roman Gassner verlangt am 12. November 1965 im Hohen Haus eine Konsultativabstimmung über die Einführung des Frauenstimmrechtes.
VU-Präsident Fürstlicher Sanitätsrat Dr. Otto Schädler stirbt am 25. Dezember 1965. Dr. Franz Nägele wird neuer VU-Parteipräsident.

Bild: Dr. Franz Nägele (Emmi Wohlwend)
 
Bild Porträt Roman Gassner.jpg
13.01.1966
1966-1970: Mehrheit im Landtag
Am 13. Januar 1966 veröffentlicht die VU ein neues Parteiprogramm. Die Landtagswahlen vom 6. Februar bringen der VU den fünften Sitz im Oberland wieder.
Adolf Heeb wird am 22. Oktober erster Präsident der neu gegründeten Jugend Union, die im Juli des nächsten Jahres das Postulat „Liechtensteinerin bleiben“ in die Politik einbringt.
Die von Roman Gassner eingeforderte Konsultativabstimmung über die Einführung des Frauenstimmrechts wird am 4.Juli 1968 von den Männern hoch und von den Frauen knapp abgelehnt. Kurz vor Weihnachten 1969 wird ein überparteiliches Komitee zur Erarbeitung von Unterlagen im Zusammenhang mit der Einführung des Frauenstimmrechts gegründet. Präsidentin des Komitees ist Bernadette Biedermann, die spätere Ehefrau von Hans Brunhart, der 1978 Regierungschef wird und dem Komitee ebenfalls angehört.
Im Dezember 1968 lanciert die VU eine Volksinitiative für einen stärkeren Finanzausgleich zugunsten der Gemeinden und zu Lasten des Staates, wobei eine Verdreifachung des Finanzausgleichs verlangt wird. Am 1. März 1970 nehmen die Stimmbürger die Vorlage an.
Das Wahl- und Mündigkeitsalter wird vom Landtag am 14. November 1969 auf das vollendete 20. Lebensjahr herabgesetzt.
Die Landtagswahlen vom 1. Februar 1970 bringen der VU dank eines weiteres Sitzes im Oberland die Mehrheit im Landtag. Dr. Alfred Hilbe wird neuer Regierungschef. Dr. Karlheinz Ritter wird Landtagspräsident und Roman Gassner Fraktionssprecher.
Am 20. Februar 1970 verstirbt der erst 43jährige Hubert Marxer, Chefredaktor des „Liechtensteiner Vaterlandes“ und VU-Parteisekretär.

Bild: Roman Gassner (Familienarchiv Gassner)


 
Bild Karlheinz Ritter.jpg
02.07.1972
1971-1975: Sperrklausel
Im Februar 1971 lehnen die stimmberechtigen Männer Liechtensteins eine Initiative zur Einführung des Frauenstimmrechtes mit 1816 Ja gegen 1897 ab. Auch die im Dezember 1972 vom Landtag unter VU-Mehrheit eingebrachte Verfassungsinitiative zur Einführung des Frauenstimmrechtes erleidet eine Niederlage. Landtagspräsident Karlheinz Ritter schlägt vor, wenigsten den Gemeinden das Recht zur Einführung des Frauenstimmrechtes zu geben.
In der Volksabstimmung vom 2. Juli 1972 wird die Erhöhung der Zahl der Landtagsabgeordneten von 15 auf 21 und die Einführung der Sperrklausel auf 8% abgelehnt.
Im Jahre 1973 bringen VU-Abgeordnete im Landtag wiederum einen Antrag ein, der die Sperrklausel auf 8% herabsetzen soll. Im Oktober des gleichen Jahres nimmt das Volk die Herabsetzung mit einer riesigen Mehrheit von 2086 Ja gegen 987 Nein an.
Die Einführung des Frauenstimmrechts wird am 11. Februar 1973 erneut von den stimmberechtigen Männern abgelehnt.
Die Jugendunion führt anfangs Mai 1973 zum ersten Mal die Veranstaltung „Die Jugend grüsst und dankt dem Alter“ durch. Am 11. Juli 1974 genehmigt der Landtag das von der Jugendunion eingebrachte Postulat „Liechtensteinerin bleiben“.
Am 3. Februar 1974 verliert die VU, durch den Verlust eines Oberländer Mandates, bei den Landtagswahlen die Mehrheit. Hans Brunhart wird Regierungschef-Stellvertreter. Otto Hasler wird neuer Parteipräsident.
 
Bild Porträt Hans Brunhart.jpg
05.02.1978
1976-1980: Frauenstimmrecht in Vaduz
Der Landtag ermächtigt am 7.Juli 1976 die Gemeinde, das Frauenstimmrecht autonom auf Gemeindeebene einzuführen. Die Stimmbürgerinnen von Vaduz dürfen ab dem 19. September dieses Jahres wählen. Als erste Unterländer Gemeinde stimmt Gamprin am 9. April 1980 dem Frauenstimmrecht zu.
Das „Liechtensteiner Vaterland“ wird 1976 eine Tageszeitung.
Die Landtagswahlen vom 2. Februar 1978 bringen mit acht Gewählten der VU die Mehrheit der Landtagsmandate. Hans Brunhart wird Regierungschef, Dr. Walter Kieber sein Stellvertreter. Dr. Egmond Frommelt und Dr. Walter Oehri vertreten die VU als Regierungsräte und Dr. Karlheinz Ritter amtet als Landtagspräsident. Dr. Franz Beck wird Fraktionssprecher der VU. Den Wahlen vorangegangen ist eine breit angelegte politische Diskussion, die in einem Programm zusammengefasst wurde. Unter dem Leitsatz „Sicher, sozial, eigenständig“ veröffentlicht die VU das Programm, das sich an der sozialen, volksnahen, demokratischen und liberalen Tradition der Partei orientiert.
Dass die VU die Wahlen 1978 auf Landesebene mit 49,15 % der Stimmen dank des Stimmenübergewichtes des Oberlandes gewann, nahm die FBP zu Anlass (wie schon 1975) einen Versuch auf Abänderung von Artikel 46 der Verfassung hin zur Mehrheitsklausel zu pochen.
Der VU-Landtagsabgeordnete Dr. Wolfgang Feger stirbt nur 42jährig am 16. September 1980.
Am 15. November 1978 wird der Europarat-Beitritt durch Landtagsbeschluss Tatsache.

 
Bild emma brogle 2.jpg
22.03.1982
1981-1985: Frauenunion
Die Stimmbürger lehnen am 8. Oktober 1981 die Initiative zur Einführung einer Mehrheitsklausel ab.
Am 7. Februar steht die Siegerin der Landtagswahlen fest: Die VU gewinnt mit 53,47 % der Stimmen acht Mandate und Hans Brunhart bleibt Regierungschef. Die beiden VU-Regierungsräte Dr. Egmond Frommelt und Dr. Walter Oehri bleiben im Amt und Georg Gstöhl wird Fraktionssprecher.
Unter der Führung von Hans Brunhart werden unter anderem die Organisation der Landesverwaltung, die humanitären Aufgaben des Staates, die Landesversorgung im Katastrophenfall, die Erwachsenenbildung, ein modernes Sozialhilfegesetz und ein strenges Luftreinhaltegesetz umgesetzt.
Die Jugendunion lädt zum ersten Mal zum „Jugend-Rendez-Vous“.
Emma Brogle-Sele aus Vaduz wird an der Delegiertenversammlung der VU am 22. März 1982 zur ersten Präsidentin der Frauenunion gewählt. Sie wird an den Gemeinderatswahlen 1983 auch erste Gemeinderätin von Vaduz.
Mit der Volksabstimmung vom 1. Juli 1984 wird Liechtensteins Bürgerinnen das Stimmrecht gewährt.
Am 26. August 1984 ernennt Fürst Franz Josef II. Erbprinz Hans Adam zu seinem Stellvertreter und betraut ihn mit der ihm zustehenden Hoheitsrechte.
Die beiden Initiativen der VU und FBP zur Erhöhung der Zahl der Landtagsabgeordneten werden am 2. Juni 1985 vom Stimmvolk abgelehnt.
 
Bild LogoCoe.png
05.05.1987
1986-1992: Seniorenunion

Die VU feiert am 6. Januar 1986 in Balzers ihren 50. Geburtstag mit dem inzwischen zur Tradition gewordenen „Neujahrstreffen“ und gibt die Festschrift „ Vaterländische Union – 50 Jahre für Liechtenstein“ heraus.
Die Landtagswahlen vom 2. Februar 1986 bringen der VU erneut über 50% der Stimmen. Regierungschef Hans Brunhart wird in seinem Amt bestätigt. Dr. Peter Wolff und René Ritter werden VU-Regierungsräte. Mit Emma Brogle als Ersatzabgeordnete wird die VU erstmals von einer Frau im Parlament vertreten.
Erstmals beteiligt sich die „Freie Liste“ an den Landtagswahlen.
Am 5. Mai 1987 übernimmt Hans Brunhart für ein halbes Jahr als erster Liechtensteiner den Vorsitz in der Ministerkonferenz des Europarates.

Das dritte „Neujahrstreffen“ der VU steht unter dem Thema „Ökologie und Ökonomie- (k)ein Widerspruch“.
Am 24. Januar 1988 stimmt das Volk einer Erhöhung der Abgeordnetenzahl von 15 auf 25 zu.
Als dritte Arbeitsgemeinschaft der VU wird am 26. Juni 1988 die Seniorenunion gegründet, die vom Alt- Landtagsabgeordneten und ehemaligen Präsident des Arbeitnehmerverbandes, Johann Beck, präsidiert wird.
Am 21. Dezember 1988 verlässt die FBP-Landtagsfraktion geschlossen die Landtagssitzung, nachdem sie vergeblich die Bestellung einer Untersuchungskommission zur Klärung von vier Fragen hinsichtlich des Staatsgerichtshofes im Zusammenhang mit dem gescheiterten Kunsthausbau verlangte. Die VU stimmt aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht zu.
Der Landtag wird am 23. Januar 1989 aufgelöst und Neuwahlen am 5. März angesetzt. Bei diesen Wahlen gewinnt die VU 47,14 % der Stimmen und 13 Sitze.

Oswald Kranz  ist von 1992 bis 2001 Parteipräsident der VU.

Bild Mario Frick.jpg
07.02.1993
1993 - 2004: Turbulenzen

Im Frühling 1993 erzielte die FBP weniger Wählerstimmen, aber mehr Mandate im Landtag. Dort standen der FBP zwölf, der VU elf und der Freien Liste, die erstmals im Landtag vertreten war, zwei Sitze zu. Regierungschef wurde damals Marcus Bü- chel, der nach der Auflösung des Landtags und dem deutlichen Wahlsieg der VU im Herbst 1993 durch Mario Frick abgelöst wurde. Die Freie Liste und die Bürgerpartei verloren je einen Sitz im Landtag.
Das beste Wahlergebnis lieferte die VU aber 1997, als sie 10 Prozent mehr Wählerstimmen als die FBP erhielt. In dieser Mandatsperiode wurde die seit 1938 bestehende Koalitionsregierung zum ersten Mal von einer Alleinregierung unter Mario Frick abgelöst. Bei den Wahlen 2001 wandte sich dieses Kräfteverhältnis gegen die VU, weshalb man den Gang in die Opposition wählte.  

Oswald Kranz ist Parteipräsident von 1992 bis 2001,  Heinz Frommelt von 2001 bis 2005

 

Auf dem Bild: Mario Frick

Bild Klaus Tschütscher.jpg
03.02.2005
2005 - 2012: Koalitionsregierung

2005 erreichte keine der beiden grossen Parteien die absolute Mehrheit im Landtag. Darum beteiligte sich die VU wieder mit Regierungschef-Stellvertreter Klaus Tschütscher und Regierungsrat Hugo Quaderer an der Regierungsarbeit.

Im Februar 2009 konnte die VU mit ihrem Regierungschef-Kandidaten Klaus Tschütscher bei den Landtagswahlen die absolute Mehrheit erringen: 13 Sitze für die VU, 11 Sitze für die FBP und nur mehr ein Sitz für die Freie Liste.

2005 übernimmt Adolf Heeb die Präsidentschaft der VU, die er 2011 an Jakob Büchel übergibt.

 

Auf dem Bild: Klaus Tschütscher 

Bild Jakob Büchel.jpg
03.02.2013
2013 bis 2016: Niederlage und Neustart

Die VU musste im Februar 2013 eine herbe Niederlage einstecken. Sie verlor gleich fünf Mandate und rutschte auf ein Tief von acht Landtagssitzen. Die FBP wurde mit 10 Sitzen mandatsstärkste Partei. Die Freie Liste errang drei Sitze und die neue Gruppierung um Harry Quaderer, «Die Unabhängigen» (DU), zog auf Anhieb mit vier Sitzen in den Liechtensteiner Landtag ein. Die Vaterländische Union ist in der laufenden Mandatsperiode bis 2017 mit Regierungschef-Stellvertreter Thomas Zwiefelhofer und Regierungsrätin Marlies Amann-Marxer in der von der FBP geführten Koalitionsregierung vertreten.

 

Auf dem  Bild: Jakob Büchel (Parteipräsident von 2011 bis 2015)

 
Die Vaterländische Union (VU) ist eine Partei im Fürstentum Liechtenstein. Die Wurzeln der VU gehen auf die 1918 gegründete, christlich-sozial ausgerichtete Liechtensteiner Volkspartei zurück. Die VU war der Motor für grundlegende politische und soziale Reformen in Liechtenstein im frühen 20. Jahrhundert und verstand sich als Arbeiterpartei, die sich für mehr demokratische Volksrechte, soziale Sicherheit, Solidarität in der Gesellschaft und auch eine starke, differenzierte Wirtschaft einsetzte und sich immer noch für diese Werte einsetzt. Die Mitgliedschaft kann von jedem Einwohner/jeder Einwohnerin Liechtensteins, der/die das 16.Altersjahr erfüllt hat, durch Erklärung erworben werden.
Bitte Ausfüllen
CAPTCHA-Bild
Bitte geben Sie den Code ein.
Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder.
*Pflichtfeld